Als Lehrer bei Twitter?

Anmerkungen für Unentschlossene

Dieser Artikel richtet sich an diejenigen Lehrer, die Twitter skeptisch gegenüber stehen. Natürlich kann man als Lehrer auch ohne Twitter gut leben. Der Digitalisierung kann man sich allerdings heute als Lehrkraft kaum verschließen:

Was bei Twitter gut funktioniert

  • Schnelle Hilfe bei konkreten Fragen. Beispiel:
  • Erweiterung des eigenen Horizonts. Unterschwellig öffnet sich der eigene Gesichtskreis, wenn man Lehrern aus anderen Teilen der Erde folgt, mit ihnen kommuniziert oder an Lehrerchats in den USA oder Australien teilnimmt (oder diese nur still beobachtet). Über die Teilnahme an Twitter lässt sich spielerisch das eigene Verhalten in der Welt der social media erkunden und erlernen. Gegenüber Schülern kann man eigentlich nur darüber wirklich authentisch sprechen, was man selbst auch erlebt oder worin man sich bewegt. Nähert man sich Schülern mit dem Thema Soziale Netzwerke über Broschüren, angelesene Informationen und ohne eigene Erfahrungen, merken die Schüler das meist recht schnell.
  • Erzeugung eines „digital footprint“. Für zukünftige Arbeitgeber, Organisatoren von Kongressen, Herausgebern etc. ergeben sich per Twitter-Handle zusätzliche Informationsmöglichkeiten über die Kandidatin. In dem Zusammenhang wird auch die Notwendigkeit eines positiven „Fußabdrucks“ sichtbar. Also: Unsachgemäße Kritik, peinliche Privat-Eskapaden, narzisstische Selbstbeweihräucherung vermeiden!

Was bei Twitter nicht so gut funktioniert:

  • Tiefgründige Diskussionen. Manches Argument lässt sich nicht in 140 Zeichen abbilden. Wer also gründliche Auseinandersetzung und differenzierte Argumentation sucht, wird auf Twitter nicht so leicht fündig.
  • Fertige Anleitungen abholen. Die Ideen, die man auf Twitter für den eigenen Unterricht aufschnappt, sind keine Instant-Nudelsuppe. Das Zauberwort heißt Adaption: Anregungen aufnehmen, aber an die eigene Lernumgebung anpassen.

Wie viel sollte ich lesen, wie viel muss ich selbst schreiben?

Yann Arthus-Bertrand hörte ich kürzlich nach der Kinopremiere seines Films »Human« sagen, jeder Mensch habe etwas zu sagen bzw. eine Geschichte zu erzählen.

Wie sollte man sich auf Twitter verhalten?

Wer sich im realen Leben angemessen verhält, wird sich auch auf Twitter angemessen verhalten. Insofern ist eine spezielle Etiquette wohl überflüssig. Einige der folgenden Hinweise, die eigentlich für Schüler gedacht sind, interessieren vielleicht auch Erwachsene:

Teaching & Learning in Berlin, Germany — Referent Schulaufsicht der Ev. Schulstiftung in der EKBO | früher: Lehrer, Seminarleiter, Oberstufenkoordinator

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